Tanzstücke

Newsletter September 2013

Mit wie viel oder wie wenig Anerkennung kann der Künstler leben? Das ist die Frage, die ich an die Performing Art stelle.

Hallo liebe Künstler-Innen,

im Oktober findet die Herbstbühne Performing Art am Freitag, den 11.10.2013 um 19:30 statt.

Sie sind alle herzlich eingeladen mitzuwirken als Akteure oder als Publikum.

Die alte Frage Was ist Kunst? Möchte ich wach halten und wieder stellen.

 

Was ist Kunst? 

Ist das Kunst oder kann das weg,

zeigt wie nah Kunst am Papierkorb gebaut ist.

Auch im Betrachter nagt oft der Zweifel, ob das Kunst ist, was das wert ist, was man damit bloß anfangen soll.

Und ganz zu Schweigen vom Künstler selbst, der auch nicht weiß, ob er eigentlich ein Künstler ist oder nicht.

Antworten gibt es viele und keine haben allgemeine Gültigkeit. Wichtig finde ich, dass wir uns mit der Frage beschäftigen und darüber streiten.

Was kann Kunst?

Was bewirkt Kunst?

Ist Kunst eine neue Religion, ein religiöses, modernes Substitut? Kunst hat doch mit glauben, hoffen und lieben etliches am Hut. Der Künstler ist ein Schöpfergeist.

Im Übrigen ist seit den 80er Jahren ohnehin jeder ein Künstler, der es von sich behaupten will, da widerspricht niemand mehr. Jede zweite Hausfrau ist eine Künstlerin, entweder tanzt, oder malt oder schreibt sie. Wir nutzen und benutzen künstlerische Medien um uns selbst auszudrücken.

Als Heilmittel und sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Kunst hat ihren heeren hohen Anspruch des 19.Jahrhunderts im 21. Jahrhundert vollends eingebüßt. Glücklicherweise will man rufen, für all diejenigen Menschen, die dem Künstlersein etwas für ihr eigenes Leben abgewinnen können, ohne es auf den Prüfstand der Erfolgstreppe führen zu müssen.

Muss ein Künstler erfolgreich sein?

Lehrt die Geschichte nicht, dass es zu allen Zeiten den nicht anerkannten Künstler gab.

Heute müssen aber alle Menschen erfolgreich sein, das ist Common Sense in unserer Gesellschaft, nicht nur der Künster.

Im Gegenteil, vielleicht liegt hier ein Geheimnis und eine Chance, dass man als Künstler sich jedem Diktat der Gesellschaft entziehen kann. Man kann sozusagen machen was man will!

Ist das nicht sogar Aufgabe des Künstlers, zu machen was er will?

Welcher Künstler hält sich daran? Wer fragt nicht danach, ob das gut ist? Wer fragt nur konsequent täglich sich selbst, ist das genau, das was ich will?

Das geht ja gar nicht. Nun ja, der Künstler lebt immer im Konflikt, er ist Konfliktfeld und Sprengkraft.

Sind unsere Künstler zu gefällig geworden? Wagen sie zuwenig Konflikt, zu wenig „ich mach was ich will“?

Die „Gesellschaft“ wählt aus, was sie zu welchem Zeitpunkt als Kunst ausstellen will.

Der Künstler ist in keinster weise abhängig von der „Gesellschaft“ er ist völlig frei, es sei denn es drängt ihn nach Anerkennung.

Mit wie viel oder wie wenig Anerkennung kann der Künstler leben? Das ist die Frage, die ich an die Performing Art stelle.