Tanzstücke

History - Raum, Bild, Klang

Tanztheater Performance zur Anselm Kiefer- Ausstellung: MEMORABILIA

 

Performance am 1.9. 2012 im Rahmen von "Lange Nacht der Museen", Ludwigsmuseum Koblenz

Fotos: Bernd Hentschel

Proben zur Kiefer-Performance mit Fotos von Stella, Musik von Rüdiger Oppermann

Das Tanztheater Gabriela Lang, Karlsruhe wählt den Weg über die Akustik und die Sprache als Zugang zu Kiefers Werk. Malerei ist Bild – Tanz ist bewegtes Bild – Sprache kann beide Künste auf tonaler Ebene erreichen und erweitern. Lang begreift Sprache zunächst in ihrem sinnlichen Potential, als Klangwesen und erst in zweiter Linie als Transport von kulturellen Übereinkünften und Inhalten.

Sprache ist Musik. „Für mich ist Kiefer ein gewaltiger Klangteppich einer Epoche“, der das Wesentliche in Symbolakte transponiert. Tanz ist von fragiler Dauer, immer schon verschwunden, wenn die Bewegung vollendet ist, das Sinnbild der Vergänglichkeit an sich. Tanz steht aber auch für das immer wieder neu entstehen im Augenblick. Malerei und Tanz, das bleibende und das verschwindende touchieren einander in Raum - Bild - Sound -Kontext der Performance: "History - Raum, Bild, Klang. " Eine Auftragsarbeit des Ludwig Museums, Direktorin: Dr. Beate Reifenscheid.

Das Tanztheaterstück rollt in Bildern und Klangwerk, Schichten und Thematiken aus der Komplexität des Kiefer´schen Schaffens aus: Die Arbeit beginnt für Kiefer mit einem Schock. Das Bewußt-Sein - ein Schock. Daraus entwickelt sich die Dynamik des Erinnern, in der Linie der Menschen. Das Bewältigen von Vergangenem verläuft in Kreisen über Generationen hinweg, wieder und wieder tauchen Traumen auf, die wieder erinnert, wieder verarbeitet werden, in immer neuen Zyklen. Die Wiederholung verfolgt eine ebnende Funktion der Empfindsamkeit wie ein Schutzkleid, das übergestreift wird, mit dem es sich jenseits des Schutzraumes sicherer bewegen lässt.
Schrott, Kaputtes ist Ausgangsmaterial, führt über Baustellen in Riesenschritten Neues zu bauen, übereinander zu lagern, zu formen, gestalten, betrachten, betrauern. Lachen bricht aus.

Ist der Mensch selbst ein Kunstwerk, das im Tanz sichtbar wird?
Der Körper erinnert sich MY BODY REMEMBERS - ME. Erinnerungen an die Kindheit sind immer wieder künstlerischer Motor, Sehnsüchte nach menschlicher Nähe und Frieden, der nach Kiefer nicht jenseits des Menschen zu finden sei.

Inszenierung: Gabriela Lang.
Tanz: Marie-Eve Stöckel (KA-Paris), Gasttänzer Valentin Markus Oppermann (Elsaß-Rotterdam), Gabriela Lang (KA).

Dauer des Stückes 33 Minuten.