Kunst Kurzfilm - Choreografischer Film- Cinépoème

gala artclip production gabriela lang

Im Sommer 06 habe ich mit gala_artclip_ no 1 begonnen. 9/2010 bin ich bei no 133. Es sind Kurzfilme zwischen circa 3 und 20 Minuten. Meine Filme sind ähnlich wie meine Tanztheater Stücke konstruiert, nämlich choreografiert.

Filme sind ursprünglich bewegte Bilder, so nähere ich mich der Bewegung des Bildes durch Choreografie, der Kunst der Schreibung von Bewegung. Was bedeutet: Es gibt keine Handlung im chronologischen Sinne einer eindeutigen Geschichte, die linear erzählt wird. Dennoch erzählt der Film Geschichten, verfügt über Handlung, aber diese gleicht eher dem Traumgeschehen, da sie voller Entscheidungen steckt und Stimmungen transportiert, manchmal auch durch Symbole verschlüsselt.

Der Zuschauer wird durch die choreografisch entstehenden Räume getragen. Zum Verstehen des Filmes neigt er sich am besten einer einfachen vorsprachlichen-emotionalen Ebene zu.
Wechsel von Tempo, Rhythmus, Dynamik der Bildfolgen zeichnen die Filme als Tänze aus. Wenig Worte, manchmal als Schrift, manchmal als gesprochenes Wort ohne zu einem Sprecher zu gehören, werden gefunden. Sprache ist ein sinnliches Ausdrucksmittel für mich.
Farben und Ton sind wichtig.
Der Ton ist das wichtigste beim Film, damit werden die Bilder stimmungsmäßig gefärbt.
Ton ist nicht Sprache, sondern Klang, Musik, Geräuschwelt, aber nicht 1 zu 1. Ein Auto klingt bei mir nicht wie ein Auto, das wäre nichts besonderes, jeder kennt Autogeräusche.

Sinnlich sind meine Filme, weil ich meist mit dem Medium Körper in Bewegung arbeite und ihn gezielt als Erzähler einsetze. Aber Erotikfilme sind es nicht. Ich verzichte auf „sex and crime“ – aber das Zerstörerische und das Schöpferische tauchen in vielen Szenen indirekt in den Clips doch wieder auf, es geht gar nicht ohne.

Projektion spielt eine Rolle.
Direkt aber auch die Projektion der Projektion und das recycling von clips und Ausschnitten in anderen clips, das Wiedergeboren werden der Schnipsel in neuem Zusammenhang.

Perfektion ist relativ. Oft muss sie ersetzt werden durch Lebendiges, sonst wird man unglaubwürdig. Und das obwohl der Film nicht lügen kann. Jedoch bürste ich auch da gegen den Strich der Perfektion. Wir glauben ja dem Bild viel mehr als dem Klang und Wort, sprich der Wahrheit, dem Realen. Nehmen wir einen Tänzer auf der Bühne und daneben eine Leinwand auf die der Tänzer projiziert wird, vielleicht noch mit technischen Tricks Verzögerung der Bewegung …verklärt und schon wird der Zuschauer seinen Blick nur noch selten auf das lebende tanzende Etwas richten. Das bewegte Bild als technisches Abbild kulturell domestiziert, ist spannender und deshalb widmen wir unsere Aufmerksamkeit lieber der Fiktion. Diese wird dann gerne für Leben gehalten, dafür genommen oder damit verwechselt. Viele lieben ihre Computer mehr als ihre Partner. Zumindest kommen sie besser mit ihnen klar, was auch Teil und Beweis ist. Fiktion ist perfekter als Reaktion.

Liebling - 2 Menschen und viele Varianten des Lieblingsspiels

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